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Die automobile Fachwelt war sich einig, als 1998 der erste Audi TT vom Band rollte: Eine Design-Ikone auf Rädern! Doch ebenso fleißig, wie der puristische Sportwagen mit seinen klassischen Zügen in den Himmel gejubelt wurde, geriet der Audi TT in die Medienkritik, nachdem unfähige Piloten ins Schleudern kamen. Nun rollt die zweite TT-Generation an den Start. Und wieder verbreiten die mit den ersten Testwagen geadelten Motorjournalisten grenzenlose Euphorie. |
| Der Audi TT, wie er von 1998 bis 2006 gebaut wurde |
Der neue Audi TT, ab Herbst 2006 beim Händler |
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Fast schon Gift fürs Auge ist der unlackierte Kunststoffabschluss am hinteren Stoßfänger. Völlig überbetont wird am Heck des neuen Audi TT (links im Bild) der Kennzeichenschacht, wodurch beim seitlichen Anblick sogar der Eindruck einer überstehenden Heckklappe entsteht - ein Bruch mit der konsequenten Linienführung, die noch beim Vorgänger galt. |
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| Hoppla, was ist hier passiert? Die bislang konsequente Linienführung - einfach "weggesprengt". | Eine runde Sache war das Heck beim ersten TT. Allein der nachträgliche Spoiler erschlug die Designer. |
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Das "Loch" im Heck bei der Seitenansicht scheint Audi selbst auch nicht zu gefallen. Auf Poster und Werbeprospekt wurde vermutlich fleißig retuschiert. (Bild Audi AG) |
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Dass die Liebe zum Detail verloren ging, zeigt sich nicht zuletzt am Tankdeckel, wo die bislang sichtbaren Innensechskantschrauben (im Bild vorne) verschwanden (Hintergrund).
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| Die Karosserie selbst trägt die Gene des Vorgängers in sich und besteht aus einem bullig wirkenden Grundkörper, in dessen Blech nun noch stärker Dynamik verheißende Linien gebügelt werden. Zu 69 Prozent besteht die Karosserie aus Aluminium. Die verbleibenden 31 Prozent an Stahlkomponenten befinden sich im Heckbereich, womit eine weitaus günstigere Achslastverteilung von idealerweise 50:50 inszeniert wird, dem auch die Verlegung der Batterie in den Gepäckraum dient. Um in höheren Geschwindigkeiten mehr Abtrieb zu erzeugen, fährt bei 120 km/h automatisch ein Heckspoiler aus, womit die beim Vorgänger nachträglich aufgepappte Abrisskante nicht mehr permanent den Anblick stört. Bei 80 km/h verschwindet der Spoiler wieder automatisch in der Heckklappe, lässt sich aber auch per Knopfdruck bedienen. |
| Womit wir im Innenraum wären. Auch dort hat
die Designer entweder der Mut oder die Lust verlassen.
Verschwunden sind die bislang TT-typischen runden Bedienknöpfe,
die halbrunden Lüftungsdüsen für die Frontscheibe, die dem
Tankdeckelkranz entlehnte Einfassung des Schalthebels und die mit
Leder gepolsterten Aluminiumstützen. Stattdessen langweilt jetzt
ein stark zum Fahrer orientiertes Cockpit, das einschließlich
Schalttunnel nicht mehr als das Esprit eines Durchschnitts-PKW
versprüht, also genau so gut in einem A 3 bis A 8 seinen Platz
haben könnte. |
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| Eine runde Sache: Das Cockpit im ersten TT: Ganz auf Sport getrimmt und unverwechselbar. | A 3, A4 oder A8? - Im neuen TT werden dem Piloten Extravaganzen ausgetrieben. |
| Dass der neue Audi TT in der Länge knapp 14
Zentimeter und in der Breite knapp acht Zentimeter gewachsen ist,
bringt netto kaum spürbare Vorteile. Im Fond bleiben nach wie
vor zwei Notsitze, die maximal für Kinder geeignet sind. Zwar
fasst der Gepäckraum jetzt 290 statt bislang 270 Liter, bei
umgeklappten Rücksitzlehnen sogar 700 statt 540 Liter, jedoch
hat die Laderaumhöhe deutlich gelitten, was z. B. die bislang
problemlose Verladung von Getränkekisten, Koffern oder anderem
sperrigen Gepäck erschweren dürfte. Platzverlust entsteht
beispielsweise auch im Handschuhfach, wenn der externe
CD-Wechsler für die Audio-Anlage geordert wird, der bislang in
der linken Fondverkleidung verschwand.
Der neue TT - nicht mehr als ein Audi Coupé im Mainstream und das Ende des Kapitels einer Design-Ikone.
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Peter Hagen
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